HomeLabHero einrichten: KI-Agent für Proxmox und TrueNAS im Homelab
Im letzten Teil dieser Serie haben wir das Netzwerk mit OPNsense in VLANs segmentiert. Heute kommt der erste KI-Baustein dazu: HomeLabHero installieren und mit Proxmox sowie TrueNAS verbinden — und herausfinden, was ein KI-Agent im eigenen HomeLab wirklich darf.
Das Video dazu — schau es dir gerne zuerst an, dann macht dieser Guide noch mehr Sinn:
Was du für diesen Guide brauchst
- Einen laufenden Proxmox-Host mit freien Ressourcen für einen neuen LXC-Container
- TrueNAS (SCALE oder CORE) in deinem Netz, erreichbar per SSH
- Einen Anthropic-Account mit Claude-Zugang (Subscription, API-Key oder Drittanbieter-Plattform funktionieren alle)
- Das HomeLabHero-Repository von serversathome
In diesem Guide
- Schritt 1: Was ein KI-Assistent im HomeLab leisten soll
- Schritt 2: Der LXC-Container steht bereit
- Schritt 3: HomeLabHero aus dem Repo installiert
- Schritt 4: Claude als Agent verbunden
- Schritt 5: Die Oberfläche läuft — User und Git eingerichtet
- Schritt 6: Was der Assistent darf: Rechte und Credential Isolation
- Schritt 7: Der erste Health-Check antwortet
- Schritt 8: TrueNAS hängt dran — per SSH-Key verbunden
- Schritt 9: Proxmox hängt dran — der Node meldet sich
- Schritt 10: Projekte und Sessions ordnen die Arbeit
- Schritt 11: Einstellungen: Agent-Wahl und Berechtigungen
- Schritt 12: MCP-Server und Skills erweitern das Tool
- Schritt 13: Voice, Tasker, Browser und Plugins
- Schritt 14: Direkter Zugriff auf Shell und Dateien
- Schritt 15: Ausblick: das HomeLab wird KI-intelligent
- Fazit & nächste Schritte
Schritt 1: Was ein KI-Assistent im HomeLab leisten soll
Der Kanal dreht sich um drei Themen, die zusammengehören: HomeLab, Smart Home und KI. Genau an diesem Schnittpunkt setzt HomeLabHero an — ein Tool, das die Welt der KI mit deinem HomeLab verbindet. Statt Befehle und Konfigurationsdateien tippst du in normaler Sprache, was du wissen oder erledigen willst.
Das Ziel für diesen Guide: Am Ende fragst du HomeLabHero „Wie ist der Zustand meines HomeLabs, gibt es irgendwo Probleme?“ und bekommst eine echte Antwort aus deiner Infrastruktur — nicht aus dem Internet.
Schritt 2: Der LXC-Container steht bereit
HomeLabHero läuft in einem eigenen LXC-Container auf Proxmox VE. Bevor du installierst, leg dir einen frischen Container an — wie das geht, zeigt ein früherer Guide der Serie. Der Entwickler stellt einen einzigen Installationsbefehl im Repository bereit, den du direkt im Container als Root-User ausführst.
Wichtig: Prüfe im Repository, ob es einen Stichtag für Neuinstallationen gibt — bei aktiven Projekten wie HomeLabHero ändert sich das Setup schnell.
Der Befehl durchläuft das komplette Installationsskript automatisch — das dauert je nach Verbindung ein paar Minuten.
Schritt 3: HomeLabHero aus dem Repo installiert
Nach der Installation startet die Erstkonfiguration. HomeLabHero setzt als Basis-Modell auf Anthropic Claude — du meldest dich einmalig mit deinem Account an. Wichtig: Du bist damit nicht auf Claude festgelegt. Weitere Modelle wie ChatGPT oder Gemini lassen sich später über die Oberfläche ergänzen.
Im Terminal fragt dich das Setup noch nach Kleinigkeiten wie dem Dark Mode — die eigentliche Konfiguration lohnt sich aber komplett in der Web-Oberfläche zu machen.
Schritt 4: Claude als Agent verbunden
Überspring die Terminal-Erstkonfiguration bewusst (Login-Daten-Abfrage und Netzwerkscan lassen sich beide skippen) und öffne stattdessen die Web-UI über die Container-IP. Dort legst du deinen ersten User an — Name und Passwort — und richtest direkt eine Git-Konfiguration ein, falls du später eigene Repositories hochladen willst.
Danach fragt dich die Oberfläche, mit welchem Agent du dich verbinden willst. Ein Terminal-Fenster öffnet sich für den Login: Subscription, API-Key oder eine Drittanbieter-Plattform stehen zur Wahl. Nach dem Login bestätigst du, dass Claude Code im Bypass-Modus laufen darf, und das Setup ist komplett.
Schritt 5: Die Oberfläche läuft — User und Git eingerichtet
Bevor es in die Live-Demo geht, lohnt sich ein Blick auf zwei Dinge, die im Repository dokumentiert sind. Erstens: ein eigener Update-Befehl (hh update) hält HomeLabHero aktuell, sobald der Entwickler neue Funktionen veröffentlicht. Zweitens, und wichtiger: die Zugangsdaten-Architektur.
Login-Informationen werden nicht direkt an das Sprachmodell gesendet. HomeLabHero speichert Verbindungsinformationen separat und greift nur über Umwege darauf zu — das Modell selbst bekommt sie nie zu Gesicht. Diese Credential Isolation ist der Grund, warum du dem Tool überhaupt Zugriff auf Proxmox und TrueNAS geben kannst, ohne dass deine Zugangsdaten irgendwo im KI-Kontext landen.
Schritt 6: Was der Assistent darf: Rechte und Credential Isolation
Jetzt zur Praxis: Frag HomeLabHero, ob er funktionsfähig ist, welche Funktionen er kennt und ob er schon Zugriff auf Ressourcen hat. Während er das berechnet, siehst du live die Befehle, die er dafür auslöst — und er fragt nach Erlaubnis, bevor er etwas ausführt.
An dieser Stelle triffst du die erste echte Entscheidung: „Allow and remember“ merkt sich die Freigabe dauerhaft, eine einmalige Freigabe fragt beim nächsten Mal erneut. Wie viel Vertrauen du deinem Agenten gibst, ist bewusst gestuft — du kannst mit wenig anfangen und die Rechte später erweitern.
Schritt 7: Der erste Health-Check antwortet
Der Health-Check zeigt, was HomeLabHero grundsätzlich kann: Er arbeitet mit Proxmox, mit TrueNAS, mit Docker und direkt mit dem Linux-Host, dazu Netzwerkkonfigurationen und Backups. Als Nächstes schlägt er selbst vor, einen Host zu registrieren — entweder über einen Befehl im Terminal oder einfach im Chat: „Füge mir bitte TrueNAS hinzu.“
Schritt 8: TrueNAS hängt dran — per SSH-Key verbunden
Gib HomeLabHero die IP-Adresse deines TrueNAS-Systems und wähle, mit welchem User die Verbindung läuft — der TrueNAS-Admin oder Root. Vergib einen sprechenden Namen für die Box, damit du sie später wiedererkennst.
Der erste Verbindungsversuch klappt noch nicht: HomeLabHero registriert TrueNAS zunächst nur und stellt dir einen SSH-Key zur Verfügung, den du im TrueNAS-Web-UI beim gewünschten User hinterlegen musst.
Tipp: Suchst du in TrueNAS den Root-User in der Userliste, aktiviere zuerst „Show Built-In Users“ — sonst bleibt er unsichtbar.
Trägst du den Key ein und testest erneut, steht die Verbindung sofort. HomeLabHero holt sich die Grunddaten und liefert dir einen kompletten Bericht: ob es sich um Bare-Metal oder eine VM handelt (in diesem Fall eine KVM-VM), RAM, CPU-Anzahl und installierte TrueNAS-Version.
Schritt 9: Proxmox hängt dran — der Node meldet sich
Für Proxmox läuft derselbe Ablauf: IP-Adresse und User angeben, HomeLabHero registriert den Node und liefert dir einen Public Key samt Anleitung, wie du ihn über die Proxmox-Shell hinterlegst. Je mehr Informationen du gleich mitgibst, desto weniger muss der Agent nachfragen.
Nach dem Eintragen des Keys verschafft sich HomeLabHero selbstständig einen vollständigen Überblick: Einzelknoten ohne Cluster, CPU-Kerne, RAM — und er erkennt sogar automatisch, dass TrueNAS als VM auf genau diesem Proxmox-Host mit durchgereichtem PCI-Mapping läuft, und dass er selbst als LXC-Container mit einer bestimmten ID auf demselben System existiert.
Schritt 10: Projekte und Sessions ordnen die Arbeit
In der linken Seitenleiste organisierst du deine Arbeit in Projekten, die sich wiederum in Sessions unterteilen. Eine Session ist im Grunde eine Unterhaltung mit eigenem Gedächtnis — du kannst jederzeit zurückkehren, und der Agent arbeitet mit dem bisherigen Wissen weiter.
Praktisch heißt das: Willst du zum Beispiel TrueNAS mit Unterstützung von HomeLabHero neu aufsetzen, legst du dafür ein eigenes Projekt an. Ein zweites Projekt könnte Plex oder Jellyfin mit eigenen Sessions für die jeweiligen Konfigurationsschritte sein.
Schritt 11: Einstellungen: Agent-Wahl und Berechtigungen
In den Settings verknüpfst du unterschiedliche Agents mit passenden Accounts — neben Anthropic Claude lassen sich bei entsprechendem Abo auch Cursor, Codex oder OpenCode anbinden. Unter Permissions siehst du, was der Agent ohne erneute Rückfrage tun darf.
Wichtig: Die Option „skip permission prompts“ lässt HomeLabHero jeden Befehl ohne Rückfrage ausführen — setz das nur ein, wenn du dem Agenten wirklich vertraust.
Schritt 12: MCP-Server und Skills erweitern das Tool
Über MCP-Server erweiterst du HomeLabHero praktisch unbegrenzt — GitHub, Obsidian oder Google Kalender sind nur Beispiele für mögliche Anbindungen. Zusätzlich gibt es vorkonfigurierte Skill Sets für typische HomeLab-Aufgaben wie einen Server hinzufügen, ein Backup anlegen oder wiederherstellen. Reichen dir die mitgelieferten Skills nicht, schreibst du eigene dazu.
Schritt 13: Voice, Tasker, Browser und Plugins
Ein kurzer Rundgang durch den Rest der Settings: App-Appearance regelt Dark Mode und Sprache, API-Keys und GitHub-Tokens ermöglichen automatisches Hochladen in dein privates Repository. Voice lässt sich mit einem eigenen KI-Backend aktivieren, Tasker übernimmt wiederkehrende Jobs, und der Browser-Modus gibt dem Agenten eine eigene Browser-Session — dafür brauchst du zusätzlich eine Browser-Runtime. Zusatz-Plugins zeigen dir unter anderem deine aktuellen Abo-Limits im Blick.
Schritt 14: Direkter Zugriff auf Shell und Dateien
Für den Fall, dass du doch mal selbst ran willst: Über die Oberfläche erreichst du die Shell deines LXC-Containers direkt und chattest dort mit Claude Code, dazu kommst du an die Dateien im Container. Unter Source Control siehst du alle registrierten Systeme — bei mir TrueNAS und Proxmox — inklusive einer Markdown-Datei pro Host, in der HomeLabHero festhält, was es sich bisher gemerkt hat.
Schritt 15: Ausblick: das HomeLab wird KI-intelligent
Das war der Einstieg in die KI-Welt dieses Kanals. Der Plan: das HomeLab so weit KI-intelligent machen, dass zukünftige Projekte schneller aufgesetzt werden können, Troubleshooting leichter fällt und du dir automatisierte Statusübersichten schicken lassen kannst — mehr dazu in kommenden Videos.
Fazit & nächste Schritte
In diesem Video haben wir eine solide Basis für KI im HomeLab geschaffen:
- ✅ HomeLabHero auf einem eigenen LXC-Container installiert
- ✅ Claude als Agent verbunden — inklusive Credential Isolation für deine Zugangsdaten
- ✅ TrueNAS und Proxmox jeweils per SSH-Key angebunden
- ✅ Rechte-Modell, Projekte/Sessions, MCP-Server und Skills verstanden
Im nächsten Video geht die KI-Reihe des Kanals weiter — mit mehr Automationen rund ums HomeLab.
Wenn dir der Guide weitergeholfen hat, freue ich mich über ein Abo — die nächsten Videos kommen regelmäßig. Bei Fragen einfach in die Kommentare.
