Home Assistant auf Proxmox 2026 – seit Jahren stabil, so geht’s
Nach der Sommerpause startet hier eine neue, dreiteilige Serie, die Smart Home und KI verbindet. Das Fundament dafür steht schon: Im OPNsense-Teil haben wir das Netzwerk segmentiert, und im letzten Beitrag hat ein KI-Agent Proxmox und TrueNAS übernommen. Heute geht es um das Herzstück fürs Smart Home: Home Assistant als eigene VM auf Proxmox – mit Backup vor jedem Update, statt auf einem Raspberry Pi mit SD-Karte.
📺 Serie „Smart Home mit Home Assistant“ – Teil 1 von 3. Episode 9 der Reihe Enterprise Homelab · vorher: HomeLabHero – ein KI-Agent für Proxmox und TrueNAS
Das Video dazu — schau es dir gerne zuerst an, dann macht dieser Guide noch mehr Sinn:
Was du für diesen Guide brauchst
- Einen laufenden Proxmox-VE-Host mit Zugriff auf die Shell
- Rund 48 GB freien Speicher für die VM (bei mir auf einem ZFS-Pool) sowie 2 CPU-Kerne und 4 GB RAM
- Optional ein VLAN-fähiges Netzwerk, wenn du Home Assistant und deine IoT-Geräte trennen willst – so wie im OPNsense-VLAN-Guide
- Optional einen Zigbee- oder Thread-USB-Stick, den du später an die VM durchreichst
- Einen Rechner mit Browser für die Ersteinrichtung
In diesem Guide
- Schritt 1: Intro — Smart Home ohne Cloud, KI als Ausblick
- Schritt 2: Infrastruktur statt Bastelprojekt: der Enterprise-Vergleich
- Schritt 3: Home Assistant läuft als VM auf Proxmox
- Schritt 4: Die Tour: was am Ende alles läuft
- Schritt 5: Der Snapshot sitzt — Sicherheitsnetz vor jedem Update
- Schritt 6: Ausblick — Fundament steht, KI kommt in zwei weiteren Videos
- Fazit & nächste Schritte
Schritt 1: Intro — Smart Home ohne Cloud, KI als Ausblick
Die Serie hat drei Teile: Heute setzen wir Home Assistant sauber auf, in Teil zwei kommt die KI dazu, und in Teil drei steuern wir das Smart Home per Sprache. Die Leitfrage für heute ist ganz praktisch: Was passiert, wenn ein Update deine Automationen zerschießt – und wie kommst du schnell wieder auf einen funktionierenden Stand?
Die Antwort ist keine Bastellösung. Kein Raspberry Pi, keine SD-Karte, sondern eine virtuelle Maschine auf Proxmox, von der du vor jedem Update ein Backup ziehst. Genau so läuft Home Assistant bei mir seit Jahren produktiv, inzwischen mit über 3.000 Entitäten. Die Konfiguration, die du hier siehst, ist also im Alltag erprobt.
Schritt 2: Infrastruktur statt Bastelprojekt: der Enterprise-Vergleich
Ich bin den gleichen Weg gegangen wie viele: Home Assistant auf einem Raspberry Pi, eine SD-Karte drin – und irgendwann war die SD-Karte kaputt. Dazu kamen Updates, die ich ohne Blick in die Release Notes eingespielt habe. Das Ergebnis kennst du vielleicht: Automationen kaputt, oder Home Assistant startete gar nicht mehr.
Daraus habe ich die Konsequenz gezogen und Home Assistant auf Proxmox als Hypervisor umgezogen. Der große Vorteil zeigt sich, sobald dein Smart Home wächst: mehr Apps, mehr IoT-Geräte, vielleicht Frigate für Kameras oder Zigbee2MQTT. In Proxmox gibst du der VM dann einfach mehr Speicher, mehr RAM oder mehr CPU – ohne neue Hardware und ohne Neuinstallation.
Wie wir es heute machen
Installiert wird über das Home Assistant Community-Script für Proxmox. Schritt-für-Schritt-Anleitungen für die manuelle Installation gibt es auf YouTube genug – das Script ist der schnellste saubere Weg. Die VM landet auf meinem zweiten Proxmox-Server, auf dem auch die OPNsense und die Netzwerksegmentierung aus der letzten Folge laufen.
Die VM bekommt dabei einen VLAN-Tag: Home Assistant liegt im Server-Netz, die IoT-Geräte in einem eigenen Segment. Die Regeln sind so gebaut, dass Home Assistant auf die IoT-Geräte zugreifen kann, die IoT-Geräte aber nicht auf Home Assistant.
Schritt 3: Home Assistant läuft als VM auf Proxmox
Öffne die Seite der Proxmox VE Helper-Scripts und such dort das Script für Home Assistant OS (VM). Den Installationsbefehl kopierst du, wechselst in Proxmox auf deinen Host und fügst ihn unter Shell ein:
bash -c "$(curl -fsSL https://raw.githubusercontent.com/community-scripts/ProxmoxVE/main/vm/haos-vm.sh)"
Tipp: Kopier den Befehl immer frisch von der Script-Seite. Die Pfade ändern sich gelegentlich, und du willst genau die Version, die dort aktuell gepflegt wird.
Die Advanced Settings
Statt der Standardwerte gehe ich die Advanced Settings durch. Bei mir sieht die VM am Ende so aus:
VMID 206 · 2 vCPU · 4 GB RAM · 48 GB Disk · VLAN-Tag 20
| Einstellung | Wert | Warum |
|---|---|---|
| Version | Stable | Keine Beta auf dem produktiven Smart Home |
| VMID | 206 |
Meine 200er-Namenskonvention, erste freie Nummer |
| Machine Type | Default | — |
| Disk | 48 GB statt 32 GB | Platz für Sprach- und Videodaten, auf dem ZFS-Speicher |
| Disk Cache | Write Through (Default) | — |
| Hostname | homeassistant2 |
Meine produktive Instanz heißt schon anders |
| CPU Type | KVM | Bevorzugt unter Proxmox |
| Kerne / RAM | 2 / 4 GB | Reicht für den Start, später jederzeit erweiterbar |
| Bridge / VLAN | vmbr0, VLAN-Tag 20 |
Bridge tausche ich nach der Installation noch gegen die richtige |
| VM nach Installation starten | Nein | Erst die Netzwerk-Bridge anpassen |
Als CPU-Typ empfiehlt sich unter Proxmox KVM. Nach der Installation taucht die VM 206 in Proxmox auf. Passe bei Bedarf die Bridge an und starte die VM. Home Assistant OS bootet, holt sich eine Adresse im VLAN 20 und ist danach im Browser über http://homeassistant.local:8123 erreichbar. Beim ersten Aufruf lädt die frische Instanz noch eine Minute lang Updates im Hintergrund.
Zigbee- und Thread-Sticks gehören an die VM
Einen großen Vorteil der VM merkst du beim Zigbee-Coordinator: Den USB-Dongle steckst du an den Proxmox-Host und reichst ihn per USB-Passthrough direkt an die Home-Assistant-VM durch – nicht an den Host. So spannt Home Assistant dein Zigbee-Netz selbst auf, und der Stick gehört fest zur VM.
Integrationen und Apps
Mit Leben füllst du Home Assistant unter Einstellungen → Geräte & Dienste. Sechs Integrationen sind schon vorinstalliert, etwa die Einkaufsliste oder Sonne für Sonnenauf- und -untergang, den du später in Automationen nutzt. Über Integration hinzufügen holst du Wetterdienste, Geräte und Dienste deiner Hersteller oder auch KI-Anbieter dazu.
Apps sind etwas anderes als Integrationen: Das ist zusätzliche Software, die meist als Docker-Container im Hintergrund auf Home Assistant OS läuft – zum Beispiel Zigbee2MQTT oder eine Govee-Bridge für WLAN-Glühbirnen.
Schritt 4: Die Tour: was am Ende alles läuft
Eine frische Instanz ist leer. Damit du siehst, wohin die Reise geht, zeige ich im Video meine produktive Instanz. Das Standard-Dashboard wächst automatisch mit: Jeder Raum bekommt seine Entitäten, im Kinderzimmer etwa Rollos und Licht, im Arbeitszimmer die Deckenleuchte, die sich direkt vom Dashboard schalten lässt.
Auf einen Blick sehe ich dort aber nicht, was für mich und meine Familie wichtig ist. Deshalb habe ich eigene Dashboards gebaut:
- Family-Dashboard: Familien- und Abfallkalender, Außentemperatur, Batteriespeicher, Stromverbrauch und PV-Erzeugung, Poolheizung, Pumpe und automatische Wasserfüllung, Ladestand des Autos und Kameras
- HomeLab-Dashboard: Server und VMs ein- und ausschalten, Stromverbrauch tracken und sogar das Guthaben bei OpenRouter im Blick behalten
- Wärmepumpe: ob sie gerade Warmwasser macht, heizt oder kühlt, dazu Außen-, Wasser- und Vorlauftemperaturen
- Saugroboter: voll automatisiert und über ein Wallpanel startbar, ohne App
Bei über 3.000 Entitäten kommt da einiges zusammen – und genau deshalb lohnt sich ein Unterbau, der mitwächst.
Schritt 5: Der Snapshot sitzt — Sicherheitsnetz vor jedem Update
Jetzt kommt der eigentliche Grund, warum ich Home Assistant auf Proxmox empfehle: die Backup-Funktion. Bevor ein Update ansteht, das Automationen oder eine Integration zerschießen könnte, sicherst du die komplette VM:
- In Proxmox die Home-Assistant-VM markieren
- Backup → Backup jetzt anklicken
- Den Speicherort wählen (bei mir das lokale Directory), die Standardeinstellungen lassen und starten
Im Modus Snapshot pausiert Proxmox die VM nur ganz kurz, zieht einen Zwischenstand und sichert dann im Hintergrund. Home Assistant läuft währenddessen weiter und lässt sich normal bedienen.
Tipp: Mach dir das Backup vor jedem Home-Assistant-Update zur Gewohnheit. Geht etwas schief, spielst du den gesicherten Stand in Proxmox über Restore zurück.
Schritt 6: Ausblick — Fundament steht, KI kommt in zwei weiteren Videos
Damit ist Teil eins geschafft: Home Assistant läuft als VM auf Proxmox, die ersten Einstellungen sitzen, und du hast gesehen, was im Alltag alles möglich ist. In den nächsten Folgen stellen wir den KI-Bezug her: Was geht mit Home Assistant und KI zusammen, wie erleichtert ein Smart Home den Alltag – und wie hilft dir eine KI sogar bei der Konfiguration von Home Assistant selbst.
Fazit & nächste Schritte
Mit diesem Setup steht das Fundament für dein Smart Home:
- ✅ Home Assistant OS läuft als eigene VM auf Proxmox – ohne SD-Karte
- ✅ Installiert in wenigen Minuten über das Community-Script, mit angepassten Ressourcen
- ✅ Eigener VLAN-Tag: Home Assistant im Server-Netz, IoT-Geräte getrennt
- ✅ Zigbee- oder Thread-Stick per USB-Passthrough direkt an der VM
- ✅ Backup im Snapshot-Modus vor jedem Update, ohne Ausfallzeit
Im nächsten Video kommt die KI dazu: Wir verbinden Home Assistant mit einem Sprachmodell und schauen, wie sie dir im Alltag und bei der Einrichtung hilft.
Wenn dir der Guide weitergeholfen hat, freue ich mich über ein Abo – die nächsten Videos kommen regelmäßig. Bei Fragen einfach in die Kommentare.

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